Die Bootsfahrschule
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NÜTZLICHE WERKZEUGE FÜR DIE HOCHSEE-THEORIE

UMRECHNUNG GRAD IN DEZIMALZAHLEN

Die Positionsangaben auf den Karten sind mit Minuten und Sekunden angegeben. Es sind nicht Zeitangaben, sondern Bogenminuten und Bogensekunden. Die genaue Positionsangabe für St. Helier lautet:

Die GPS-Systeme geben die Positionen aber in Dezimalform an. Wie kann man nun von den Bogengrade in die Dezimalform umrechnen? Bei den Kartenaufgaben geht es oft darum, die Position von der Karte oder auf die Karte zu übertragen. Dabei spielen die Sekunden eine zweitrangige Rolle, dann so genau kann nicht manuell von der Karte abgelesen werden. Die exakte Umrechnung von der oberen Position ergäbe: 49.17333 Grad. Aber für die Anwendung im Unterricht genügen die Minuten. Somit kann folgende Umrechnung eingesetzt werden:

UMRECHNUNG DISTANZEN, SEEMEILEN


DER LOG ODER DIE LOGGE UND DER DER LOGFAKTOR

Ein Log oder eine Logge (war ursprünglich ein Holzstück) ist in der nautischen Navigation ein Messinstrument zur Bestimmung der Fahrt durchs Wasser. Es zeigt also die Geschwindigkeit von Wasserfahrzeugen. Nun ist die Distanz die ein Log angibt, nicht die wahre Distanz weil die Messung (unter dem Boot) durch die Strömung noch abgefälscht ist. Diese Ungenauigkeit nennt man Log-Faktor. Will man den Logfaktor ausrechnen, dann braucht es einen "wahren", also realen Referenzwert. Ein solcher Wert könnten zwei durch Peilung ermittelte Positionen sein, die man dann auf der Karte eintragen kann. Misst man nun die Distanz von der Karte, dann erhält man die wahre Distanz. Falls es eine Differenz zwischen wahrer Distanz (aus der Karte) und jener des Logs gibt, dann haben wir ein Logfaktor. Der berechnet sich -> Kartendistanz : Log-Distanz. Auch möglich: GPS-Distanz : Logdistanz.   

Ein Umrechnung von einer Log-Distanz zur wahren Distanz wird nun einfach: Log-Faktor x Log-Distanz.


SCHALLSIGNALE in der Schifffahrt


SEEMÄNNISCHE ARBEITEN, KNOTEN

NAUTISCHE HÖHEN- UND TIEFENANGABEN

Ein Thema welches immer wieder für Verwirrung sorgt, ist das mit den Höhen- und Tiefenangeaben auf den Seekarten. Jede Seekarte hat mehrere Referenzpunkte. Eines davon, das wichtigste für die Hochsee-Theorie, ist das Kartennull (im Englischen wir hier von Chart Datum) gesprochen. Es wird dabei die niedrigste Gezeit als Bezugspunkt genommen. Dadurch können so viele Tiefenangaben wie möglich auf den Karten angegeben werden. Ausserdem gibt die Karte die Mindestwassertiefe an, auch bei besonders niedrigem Niedrigwasser (Ebbe). Die folgende Abbildung sollte diesbezüglich Klarheit schaffen:

Umgekehrt ist es bei Höhenangaben. Hier wird die höchste angenommene Höhe der Gezeit als Bezugspunkt. Das heisst, die Angabe der Durchfahrtshöhe, wenn Sie mit dem Schiff unter einer Brücke unten durch fahren, ist die Mindestdurchfahrtshöhe, also so gemessen, dass im schlechtesten Fall die angegebene Höhe auf jeden Fall eingehalten werden kann. Nachfolgend nochmals eine Darstellung, welche diesen Zusammenhang verdeutlicht.

Die Gezeiten sind ein Phänomen, welches sich nicht überall ausgeprägt und gleich manifestiert. Am Mittelmeer beispielsweise sind die Gezeiten praktisch nicht ersichtlich. Andernorts kann der Höhenunterschied der Wasserlinie über 10 Meter ausmachen. Aus dem Zusammenspiel zwischen Fliehkraft und Anziehungskraft unter den Himmelskörper Erde, Mond und Sonne entstehen unterschiedliche grosse Ausschläge der Wasserstandslinie oder eben unterschiedliche Maxima- und Minimalhöhen der Gezeiten. Auf dem folgenden Bild wird ein Boot dargestellt, welches diese Gezeiten durchmacht. Alle sechs Stunden bewegt sich der Wasserpegel auf die andere Seite. Die Höhe der Gezeit (HG) pendelt somit nicht nur im Rhythmus der Erdumdrehung, sondern auch im Rhythmus der Mond- und Sonnenstellung. Will man nun eine Karte mit einer Wassertiefe erstellen, dann muss der "schlimmstmögliche" Fall angenommen werden (aus Sicht eines Bootsfahrers), nämlich der niedrigste Fall von Wassertiefe im Rhythmus der Gezeiten. Das ist nun das Kartennull oder CD (engl. Chart Datum). Deshalb sind Tiefenangaben, also die Kartentiefe (KT), in Seekarten nicht bezogen auf den Seegrund oder Meeresgrund, sondern bezogen auf einen fiktiven, definierten Bezugspunkt. Die Höhe einer Gezeit bezieht sich ebenfalls auf das Kartennull, siehe Zeichnung.